Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2016-1-24

Orthographie und Politik


autor


titel

Orthographie und Politik.

untertitel

Zur Genese eines irrationalen Diskurses.


verlag

books on demand

ort

Norderstedt

datum

auflage

1

isbn

978-3837012217

ausstattung, umfang

gebunden, 248 s.


umschlag

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verlagstext

Orthographie und Politik entstand 1999 als Magisterarbeit an der Universität Hannover. Das Thema hat bis heute kaum etwas von seiner Aktualität verloren. Es handelt sich um eine umfassende politikwissen­schaftliche Analyse der Motive hinter der 1996 beschlossenen Rechtschreibreform, die seit August 2007 - nach mehrfachen Modifikationen - für Schulen und Behörden in Deutschland verbindlich ist. Dabei wird die Reformdiskussion im gesamten 20. Jahrhundert berücksichtigt, ein Schwerpunkt liegt jedoch auf den Motiven, die in den sechziger und siebziger Jahren verstärkt aufgetreten sind: Die Aktivisten sahen in den geltenden Rechtschreibnormen ein dringendes gesellschafts- und bildungs­politisches Problem. Der Politisierung der Debatte folgte eine - wesentlich wirksamere - Depolitisierung, die Voraussetzung war für die Durchsetzung der Reform mit Hilfe der zuständigen politischen Stellen. Die politischen Motive gerieten dabei so sehr in den Hintergrund, daß die Rechtschreibreform beinahe nur noch inhaltlich diskutiert wurde. Bis heute streiten Gegner und Befürworter vornehmlich über Sinn und Unsinn neuer Regeln und Schreibweisen, nicht darüber, ob die Reform die gesetzten Ziele überhaupt erreichen kann. Orthographie und Politik analysiert, wer sich weshalb für die Reform eingesetzt hat und wie Wissenschaftler und Politiker dabei interagierten. Eine umfangreiche Bibliographie, biographische Informationen zu den beteiligten Rechtschreib­reformern sowie eine ausführliche Chronologie runden das Buch ab.

inhalts­verzeichnis

Vorwort 5
Orthographie und Politik? 16
Eine Einleitung 16
Evolution oder Revolution? 30
Von der Entstehung, Entwicklung und Verbreitung sprachlicher Normen 30
Sprachnormierung: Ausgrenzung oder Integration? 44
Der Ausgangspunkt der Reformwünsche 49
Kritik am Gewordenen und neue Wissenschaften 49
Der Weg zur Einheitsschreibung 62
Was der Staat mit Orthographie zu schaffen hat 62
Die Auswirkungen der Normierung 72
Hilfreiche Entlastung oder drückende Bürde? 72
Sprachbarrieren 80
Das Aufkommen soziolinguistischer Theorien 80
Orthographie als Stabilisator des gesellschaftlichen Status quo? 89
Das Reformprojekt 94
Der Auftritt der Wissenschaftler 94
Die Beweggründe und Ziele 99
Das Vorgehen 108
Der Duden, das Institut für deutsche Sprache und die Gesellschaft für deutsche Sprache 127
Politisierung und Depolitisierung 135
Der Einfluß der Soziolinguistik 135
Reform als Selbstzweck 144
Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik 149
Annäherung mit Hindernissen 149
Die Durchsetzung der Neuregelung 158
Reform und Öffentlichkeit 165
Differenz oder Defizit? 173
Was bringt die Reform? 181