Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2001-1-29

Die regulierte §chrift (Schrift)


autoren


titel

Die regulierte §chrift (Schrift).

untertitel

Plädoyer für die Freigabe der Rechtschreibung.


reihe

Erlanger Studien

band

114

verlag

Palm und Enke

ort

Erlangen und Jena

datum

isbn

3-7896-0814-9

ausstattung, umfang

kart., 149 s.


umschlag

umschlag


inhaltsverzeichnis

1 Wie normal ist Rechtschreibung eigentlich? 3
2 Graffiti als Befreiung der Schrift 18
3 Lesen ist einfacher als Hören 26
4 Wer nicht hören kann, muß lesen! 39
5 Macht Rechtschreibung dumm? 52
6 Rechtschreibreform als Vertragsbruch 67
7 Ordnung statt Verordnung der Sprache 79
8 Unifizierung der Schrift - der Medien - der Sinne 94
9 Sprachnormierung, Purismus und andere Säuberungen 107
10 Rechtschreibung und Entmündigung 121

stichwortindex

Einen stichwortindex hat das buch leider nicht, aber hier ist einer.


verlagstext

In diesem wissenschaftlichen Essay geht es um die kritische Auseinandersetzung mit den negativen Folgen von normierenden Eingriffen in die Sprache. In zehn Kapiteln wird aus jeweils unterschiedlicher Perspektivik die kulturelle und geistige Schadensbilanz dargestellt, die durch verordnete Rechtschreibung verursacht ist. In Frage gestellt wird dabei nicht primär die gegenwärtige Orthographiereform, sondern grundsätzlich jede Form von Sprachnormierung und Sprachpurismus. Die variantenfeindliche, gleichzeitig aber stark irreguläre Rechtschreibung wird mit einer variantenfreundlichen, stark regulären freien Verschriftung konfrontiert.

auszug

Bei den schon immer hart und aggressiv geführten Debatten um die Einführung und Durchsetzung einer neuen, reformierten Rechtschreibung stellt sich kaum jemand die Frage, ob Rechtschreibung überhaupt erforderlich ist. Die Kontrahenten im Streit um die richtige Schrift setzen sich lediglich damit auseinander, ob und in welcher Form Rechtschreibung erneuert werden soll. Nur wenige gehen wenigstens in einem Gedankenexperiment darüber hinaus und ziehen die Praxis der Schriftnormierung selbst in Zweifel. Diese Denkmöglichkeit hat bei den detailvernarrten Diskussionen der 'Sprachexperten' und 'Sprachpfleger' keine Chance. Bei ihren abwechslungsreichen Turnieren und Gefechten wird leicht der kulturelle Hintergrund, vor dem für die eine oder andere orthographische Regelung gefochten wird, aus den Augen verloren. Im folgenden geht es nicht um eine Verbesserung der Rechtschreibung, sondern um die Befreiung der Schrift aus dem orthographischen Gefängnis. Es geht dabei auch um mehr Freiheit für alle Lesenden und Schreibenden, es geht um mehr Spielraum für alle Falsch- und Rechtschreiber. Denn nicht nur jede Rechtschreibreform ist fragwürdig, sondern vielmehr die Tatsache der Existenz einer Rechtschreibnorm selbst.