Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

nachgeführt 28. 7. 2014

Aus presse und internet

23. 12. 2013

: Die wunderbare Anarchie der Sprache. , , Voluntarismus
Die Entwicklung der Sprache und der Rechtschreib­regeln zeigen eindeutig, dass Menschen sich, auch ohne gezwungen zu werden, auf allgemein­gültige Regeln und Standards einigen können. Seit ewigen Zeiten entwickelt sich die Sprache fernab von staatlicher Bestimmung und Regulierung. […] Problematisch wird es erst, wenn der Gesetz­geber regelnd ein­greifen will und eine Rechtschreib­reform beschließt.

Unsere stellungnahme zur aussage bezüglich rechtschreib­reform.

19. 12. 2013

: Die Stämme gehören allen! WOZ Die Wochenzeitung (), , nr. 51, Kultur/Wissen
Vor dreissig Jahren hat die WOZ zum ersten Mal das Binnen-I verwendet. Anlass, einen Blick auf den aktuellen Stand (queer-)feministischer Sprachkritik zu werfen.

18. 12. 2013

: Eine Sprachkritiküberprüfungsmaßnahme. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 294, s. N5, Natur und Wissenschaft
Der "Erste Bericht zur Lage der deutschen Sprache", herausgegeben von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Union der deutschen Akademien der Wissen­schaften, zwingt alle Diagnosen des Sprachzerfalls, etwas präziser zu sagen, was sie denn damit meinen. […] Debatten ums Deutsche hat es seit Beginn des 19. Jahrhunderts gegeben. […] Mehr als zehn Jahre dauerte die Auseinandersetzung um eine Rechtschreibreform, eine wahre Sprachkulturdebatte, die mit einer umstrittenen Neuregelung endete. Ein Dauerbrenner ist die Anglizismenfrage. […] Das jüngste Debattenthema hat den Namen "Kiezdeutsch". […] Das Gemeinsame dieser Themen ist das öffentliche Interesse, das sie finden in den Medien, in Bürgerinitiativen und in neuen Sprachvereinen. Wohingegen sich Parteien und politische Institutionen bisher für unzuständig erklärt haben. Und wo sie sich einmischten, bei der Rechtschreibung, haben sie es längst bereut.

10. 12. 2013

: Grundschüler machen mehr Rechtschreibfehler. Hessische Allgemeine, , nr. 287, s. 1
Grundschüler beherrschen immer weniger die Rechtschreibung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der Universität Siegen.
: „Kinder sprachlich früh fördern.“ Interview: Prof. Wolfgang Steinig über die Rechtschreibschwäche der Grundschüler und wie man sie behebt. Hessische Allgemeine, , nr. 287, s. 17, Blickpunkt
Wolfgang Steinig: 1972 stellten wir fest, dass Viertklässler auf 100 Wörter sieben Rechtschreibfehler machen. Ende 2012 stieg die Fehlerzahl auf 17. In den letzten zehn Jahren hat sich die Dynamik des Anstiegs deutlich verstärkt. Das ist sehr beunruhigend. […] Wie hoch schätzen Sie die Verunsicherung durch die Rechtschreibreform ein? Steinig: Die neuen Regelungen selbst – es sind ja nur recht wenige Neuerungen – haben nicht zu einem Anstieg der Fehlerzahlen geführt. Aber der lange, quälende Prozess der Neuordnung unserer Rechtschreibung hat sicherlich ganz erheblich dazu beigetragen, uns alle zu verunsichern. Auch die Möglichkeit, einige Wörter in zwei Varianten zu schreiben, ist für die Entwicklung der Rechtschreibsicherheit hinderlich.
: Die Welt erschließen. Ullrich Riedler über die Bedeutung der Schrift-Sprache. Hessische Allgemeine, , nr. 287, s. 17, Blickpunkt, Kommentar
Das bedeutet nicht nur, dass immer weniger in ihrem Beruf einmal fehlerfrei schreiben können. Das Problem hat auch eine weiter gefasste Dimension: Sprache, je exakter und umfassender man sie beherrscht, ist auch der Schlüssel zur Entwicklung unserer geistigen Fähigkeiten. Durch Sprache treten wir in Kontakt zur Welt, und durch (Schrift)-Sprache und ihr komplexes Verständnis erschließen wir sie uns auch.

Ja, sprache ist wichtig. Rechtschreibung nicht.

9. 12. 2013

neu : Rechtschreibreform gescheitert?: Aber nicht doch! ,
Aber nein, sie ist wie keine zweite Reform gelungen! Wer die Völker gleich Zuckerwürfeln zunächst im europäerlosen Europa und sodann in der multikulturellen Weltgesellschaft auflösen will, tut gut daran, ihnen neben dem Heimatgefühl vor allem die Behausung in ihrer Sprache zu nehmen – nicht auf einmal, vielmehr schrittweise: da eine Unsicherheit, dort eine Spur Ent­differenzierung, an anderer Stelle ein bisschen Müll... […] Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass bereits eine aggressive Unterart von Sozialisten, die Nationalen nämlich, eine ähnlich vereinfachende, nivellierende, dem Horizont ihrer Anhänger angepasste Schreibreform durchführen wollte; Joseph Goebbels notierte weiland, dies sei die anmaßendste und ungebildetste Idee gewesen, welche sein Verein je gehegt hätte.

Zum nationalsozialismus: stellungnahme von 2000, Der Sprachdienst, 9. 2001.

7. 12. 2013

: Die große Konfusion. , , JF 50/13, Kultur
Denn die traditionelle Rechtschreibung ist weiterhin richtig und gültig. Daß die Neuregelung lediglich für die Schulen rechts­verbindlich ist, geht aus dem Urteil des Bundes­verfassungs­gerichts vom 14. Juli 1998 hervor: „Personen außerhalb dieses Bereichs sind rechtlich nicht gehalten, die neuen Rechtschreib­regeln zu beachten und die reformierte Schreibung zu verwenden. Sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben.“ Wer traditionell schreibt, zeigt damit also auch, daß er frei ist.

Toll, wie viele freunde die freiheit gewonnen hat! Wir fanden die freiheit, die bessere ortografie zu verwenden, schon immer wichtiger als die einheitlichkeit.

3. 12. 2013

: Auf Kriegsfuß mit dem Duden. , , Leitartikel
Mama jet nen. Alles klar? Genau: Mama geht nähen. Sie ist Schneiderin. […] Der Schüler schrieb "Mama jet nen" nicht, weil er dumm ist. Er schrieb so, weil er es in der Schule nicht anders gelernt hatte. Schreib, wie du sprichst, heißt es da. Die Rechtschreibung darf vernachlässigt werden.

25. 11. 2013

: Mehr Fehler seit Fastfood zunimmt? , , Meinung, Leserbriefe
Man kann nämlich Grunds Zahlen genau so gut mit der zeitgleichen Zunahme von Fastfood vergleichen: Dann liegt die Ursache eben am Essen und nicht an der Schreibreform.

22. 11. 2013

: Nach Rechtschreibreform: Schüler machen doppelt so viele Fehler. , , MV aktuell
Sieben Jahre nach Reformbeginn machen Schüler im Schnitt doppelt so viele Fehler wie zuvor. […] Das besagt eine Studie, die der Germanist Uwe Grund vorgelegt hat.

15. 11. 2013

: Nichts als Pfusch. Die Welt (welt.de), , s. 2, Forum, Essay
Die Rechtschreibreform ist krachend gescheitert. Die Regeln des Schreibens haben ihre Verlässlichkeit verloren. Es wird höchste Zeit, dem Wirrwarr eine Ende zu setzen. Siebzehn Jahre nach der Rechtschreib­reform bietet sich an den Schulen ein nieder­schmetterndes Bild. Nur noch jeder fünfte Schüler der neunten Schulstufe in Deutschland beherrscht die deutsche Rechtschreibung. […] Es gehört zu den dümmsten Argumenten in der Rechtschreibdebatte, die Orthografie einfachheitshalber gleich pauschal für unwichtig zu erklären. Das mag sie für die wirklich Intellektuellen tatsächlich sein. Für die breite Masse der Schreibenden ist sie es offensichtlich nicht. Da braucht man nur einmal die Internetforen, Blogs und Partnerbörsen durchzuscrollen, um immer wieder auf die Forderung von Briefschreibern zu stoßen: "Aber bitte nur Antworten in korrekter Rechtschreibung."

… allerdings ohne jeden erfolg!

14. 11. 2013

: Reformstau im Rechtschreibrat. Die Welt (welt.de), , s. 8, Politik (845 wörter)
Im Rat für deutsche Rechtschreibung ist es zu einem Eklat gekommen. Der von der Akademie für Sprache und Dichtung entsandte Potsdamer Linguist Peter Eisenberg hat nach "Welt"-Infor­mationen seine Mitarbeit aufgekündigt. Germanist Eisenberg ist bereits der dritte prominente Sprach­wissenschaftler, der nach der 1996 in Kraft getretenen Rechtschreib­reform zurücktritt. Er war wesentlich an der Straffung und Umformulierung der Regeln in eine verständliche Sprache beteiligt.

13. 11. 2013

: Prominenter Linguist verlässt den Rechtschreib-Rat. , , Politik
Spektakulärer Rücktritt im Rat für Rechtschreibung: Der Linguist Peter Eisenberg kündigt seine Mitarbeit auf. […] wird die sperrige Textfassung der Regeln als Ursache dafür angesehen, dass der Duden erstmals seit Jahrzehnten davon absieht, die geltenden Regeln in seinen neuesten Auflagen abzudrucken. Darum hatte der Rat 2010 beschlossen, einen "Paralleltext" zu den amtlichen Regeln zu verfassen, der "halb so lang und doppelt so verständlich" (Eisenberg) wie der des vorliegenden Regelwerks sein sollte. An der Ausarbeitung war Peter Eisenberg maßgeblich beteiligt, der nun berichtet, dass das zentrale Kapitel zur Groß- und Kleinschreibung auch bereits einvernehmlich abgesegnet sei. Vor Beschlussfassung über den zweiten Komplex, die Vereinfachung der Kommaregeln, aber legten sich laut Eisenberg "Beharrungskräfte" im Rat quer, weil sie eine Aufweichung der Reform im Ganzen befürchteten. Die Arbeit an der Vereinfachung wurde auf Ratsbeschluss eingestellt. Für den Potsdamer Linguisten war damit einer weiteren Zuarbeit der Boden entzogen.

12. 11. 2013

: Fiel vergnühgen! Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 263, s. 30, Briefe an die Herausgeber
Eine kleine Kostprobe gefällig (wohlgemerkt, es handelt sich nicht um Schulaufsätze, sondern ausnahmslos um exakt übernommene Auszüge aus studentischen Klausuren […])? Voilà: sesonal, konjungturell, struckturell, klasisch, Jugentliche, dem zu vollge, Vortschritt, resorcenAllokation, Verzährung des Wettbewerbs, Wettbewerbsverzehrung, verlohren, Produckte […].

11. 11. 2013

neu : Neue Studie veröffentlicht: Rechtschreibreform sorgte für noch mehr Fehler. , , Politik
Die Rechtschreibreform von 1996 erweist sich immer mehr als Rohrkrepierer. Die Einführung war einst von Verheißungen begleitet: Künftig werde das Schreiben einfacher. Doch eine mehr­jährige Studie der Forschungs­gruppe Deutsche Sprache belegt, daß sich die Fehler­quote bei deutschen Schülern seit dem deutlich erhöht hat. […] Am schlimmsten sei es bei dem, was als das Vorzeige­objekt der Reform galt, der Wechsel zwischen ss und ß.

8. 11. 2013

: Von einer Rechtschreibkatastrophe kann nicht die Rede sein. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 260, s. 8, Bildungswelten
Sind die Leistungen in Orthographie heute schlechter als früher? Der Anfangsunterricht ist entscheidend, nicht aber die Methode des Schreibenlernens.
: Wir Legaßtheniker. Die Welt (welt.de), , s. 23, Feuilleton
Seit der Rechtschreibreform hat sich die Fehlerquote in Schultexten verdoppelt. […] Denn weder ist es gelungen, die durch die Reform zerrüttete Einheitlichkeit zurückzugewinnen, noch die Recht­schreibung der Schüler zu verbessern. Sie haben sich vielmehr bei allen Schultypen dramatisch verschlechtert. Dafür werden zwar verschiedenste Gründe, unter anderem neue Unterrichts­praktiken, angeführt. Aber ein erstaunlich hoher Anteil von Fehlern geht offenbar unmittelbar auf die Reform von 1996 zurück, den größten Rohr­krepierer der deutschen Kulturpolitik seit 1945.

4. 11. 2013

: Fliegen, Rauchen, Religion. Der Tagesspiegel, , s. 8
Sie kämpften gegen die Rechtschreibreform und für die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof, für die Wahlfreiheit von Gastwirten beim Rauchverbot und für bessere Betreuung an Grundschulhorten. Immer wieder haben engagierte Berliner versucht, mit einem Volksbegehren politisch Einfluss zu nehmen.

29. 10. 2013

: Deutschstunde: Schlossstadt: reichlich s-haltig, aber richtig. Hamburger Abendblatt online (), , Nachrichten
Meine überaus geschätzte Kollegin Angelika aus dem Seitenflügel des 7. Stocks sah zweifelnd auf die drei t in "fetttriefend", runzelte die Stirn und erklärte kategorisch: "Das gab es früher nicht!" […] Wörter mit drei gleichen Buchstaben hintereinander gab es bereits vor der Reform, eben fetttriefend, Sauerstoffflasche, Pappplakat, Auspuffflamme oder Balletttruppe, was einige Reform­verweigerer nicht wahrhaben wollen. Ich schlug die 20. Auflage des Rechtschreib­dudens von 1991 auf, die letzte vor der Reform, und präsentierte dort die Regel 204. "Das ist ja der blanke Horror!", staunte meine Kollegin, "aber Schiffahrt schrieb man damals doch mit zwei f?" Auch hierbei drohte eine böse Falle. Rutschte das Wort ans Zeilen­ende und musste getrennt werden, trat der dritte Konsonant wieder ein. Schiff-fahrt wie auch Brenn-nessel oder Wett-turnen wurden ergänzt.

25. 10. 2013

: Persönliche Reformation. , , Lokales
Bildungsreform, Rechtschreibreform, Gesundheitsreform, Kirchenreform: Ja, die Reform scheint bei uns richtig Konjunktur zu haben. Der Drang zur Reform kommt aus der Überzeugung heraus, dass Änderungen notwendig sind. So gesehen ist aber die Reformation, der wir in dieser kommenden Woche am Reformationstag gedenken, keine Reform. Sie wurde eben nicht aus Reformeifer geboren, sondern aus einer von Gott gegebenen Erkenntnis.

24. 10. 2013

: Das Märchen von den deutschen Schriften, Teil 2. , , Fachartikel (1995 wörter)
Der Grundtenor […] ist: die gebrochene Druck- und Schreibschrift ist die eigentliche deutsche »Volksschrift«, so wie die griechische Schrift die Volksschrift der Griechen ist oder das Kyrillische die Volksschrift der Russen. Und während es scheinbar normal ist, dass Völker über Jahrhunderte an ihren Schriften festhalten, tanzen nur die deutschsprachigen Länder […] aus der Reihe und geben ihre Volks­schrift ohne Not auf. »Rück­schritt und kulturelle Verarmung« sind laut des Bundes für deutsche Schrift und Sprache die Folge. […] Weder ist das verwendete Schrift­system etwas speziell deutsches […]. Noch ist der generelle Schriftstil der gebrochenen Schriften eine deutsche Erfindung […]. Die gebrochenen Schriften sind kein eigenständiges Schrift­system, das unlesbar wird, wenn man es nicht mehr täglich benutzt. Gebrochene Schriften sind einer von vielen Schrift­stilen innerhalb des lateinischen Schrift­systems […]. Die deutsch­sprachigen Staaten haben »ihre Schrift« also nicht – zum Beispiel im Gegensatz zu Griechenland – aufgegeben. Die deutschsprachigen Staaten hatten schlicht nie eine dem griechischen Alphabet vergleichbare Schrift. Sie nutzten lediglich etwas länger als ihre europäischen Nachbarn einen Schriftstil des lateinischen Schriftsystems, der sich historisch überlebt hat und den im 21. Jahrhundert die große Mehrheit der Bevölkerung auch nicht mehr als Verkehrs­schrift oder Zweitschrift zurückhaben möchte.

13. 10. 2013

: „Liba Fata ales gute zum Fatatak Ich hab dich lib.“ Focus-Schule Online (), , Schule
Die Rechtschreibreform schlägt immer wieder hohe Wellen. Nun hat eine Studie ergeben, dass die Fehlerquote in Diktaten seit der Einführung der neuen Schreibweisen stark ansteigt. Derweil kritisiert ein CDU-Politiker die Lehrmethode „Schreiben nach Gehör“.

12. 10. 2013

: Düsseldorf und seine 769 Litfaßsäulen. Rheinische Post (), , s. D5, Düsseldorf
Bleibt nur noch die Frage zu klären, warum sich die Litfaßsäule trotz Rechtschreibreform immer noch mit „ß“ schreibt. Das wiederum liegt an Herrn Litfaß, der 1816 in Berlin geboren wurde […].

10. 10. 2013

: Why education is failing. The Independent (), , nr. 8425, s. 18, Voices, Letters (62 wörter)
Spelling reform and abandonment of imperial measurement would be steps in the right direction.

5. 10. 2013

: Korrektes Deutsh? Abendzeitung München, , nr. 230, s. 21, Kultur (399 wörter)
Die ganze, bereits abge­kühlte Aufregung um die Rechtschreibreform von 1996 ist für einen Moment wieder neu entfacht. Denn wie die Hamburger „Welt“ auf­schnappte, hat die rheinland­pfälzische Ministerpräsiden­tin Malu Dreyer in einem Brief an die Kanzlerin in sechs Sätze acht Fehler reingehauen. […] Ob die große Rechtschreibreform seit einigen Jahren die Lage ver­bessert hat, darf bezweifelt werden. Weil seitdem kein Mensch mehr weiß, welche Re­geln eigentlich verbindlich sind, fühlt sich auch niemand mehr zu korrektem Deutsch verpflichtet.
: Es herrscht Anarchie. Abendzeitung München, , nr. 230, s. 21, Kultur (91 wörter)
Der totale Unsinn der Recht­schreibreform hat dazu geführt, dass selbst der Duden jetzt oft mehrere Alternativen anbietet.
: Toleranz! Abendzeitung München, , nr. 230, s. 21, Kultur (99 wörter)
Eine Zäsur war aber die Rechtschreibre­form: Die Verunsicherung hat das Niveau der Orthogra­phie doch gesenkt.
: Ehrenkodex im Netz. Abendzeitung München, , nr. 230, s. 21, Kultur (87 wörter)
Dass in den Welten des Internets orthographische Anarchie herrsche, mögen viele denken. Aber Recht­schreibfehler werden auch im Netz nur bedingt tole­riert.

21. 9. 2013

: Ein Mann, ein Wort. Das schwierigste Wort der deutschen Sprache. , , Kultur
Wer das schwierigste Wort der deutschen Sprache sucht, soll nicht unter den exotischen Fremdwörtern Ausschau halten. […] Aufs orthografische Glatteis lassen wir uns eher durch ver­meintlich allzu Vertrautes führen. Deshalb sind Kandidaten für den Titel des am häufigsten falsch­geschiebenen Wortes eher aggressiv (gerne nur mit einem G), grölen (oft mit H in der Mitte wie Höhle) […]. Doch die Krone gebührt mit an Sicherheit grenzender Wahrschein­lichkeit dem Wort tschüs. Es wird in der Mehrzahl der Fälle falsch geschrieben – mit zwei S. […] Zwar lässt der Duden das Wort seit 1996 mit zwei S zu […], aber das ist nur die Deppen­schreibweise. Empfohlen wird von der Duden-Redaktion nach wie vor die Schreibung mit einem S. Die Recht­schreibreform war in diesem Falle nur eine Kapitulation.
: [Kommentar zu:] Das schwierigste Wort der deutschen Sprache. , , Kultur
Wer allerdings allen Ernstes „orthografisch“ schreibt – in ein und demselben Wort das aus dem Griechischen herrührende -th- bewahrend, das analoge -ph- aber in -f- umwandelnd, und das noch dazu in diesem Wort, das den Bezug auf die „rechte Schreibung“ ausdrückt –, der hat ein arges intellektuelles Problem.
: As drunk as a wheelbarrow. Henry Hitchings joins David Crystal on another linguistic road trip. Review (the Guardian), , s. 7
David Crystal is a prolific author of books about the English language. […] Crystal’s latest offering […] is concerned with “the English linguistic heritage of Britain as encountered through the places which shaped it”. […] “Another day, another abbey,” he writes of his visit to Bourne in Lincolnshire. This was where the monk Orm produced the work known as the Ormulum, which is among other things the earliest extant example of an attempt at spelling reform.

20. 9. 2013

: Personalien. Erich Thies 70. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 219, s. 4, Politik
Er […] ging 1998 für elf Jahre als Generalsekretär zur Kultusministerkonferenz. Unter den Kultusministern genoss er, der Union nahestehend, den Respekt beider Seiten. Er hatte die Autorität, den Ministern hinter verschlossenen Türen gründlich die Leviten zu lesen. […] Manche Torheit wie die Rechtschreibreform konnte allerdings auch er nicht verhindern.

17. 9. 2013

: Streitschnäppchen. Wahlkampf in den letzten Zügen: der Themenschlussverkauf. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 216, s. 31, Feuilleton
Auf der Zielgeraden geht es mithin - Achtung, fertig, los! - bis aufs Messer um: Schlag­löcher, Tischmanieren, Lotto, Salmonellen, Anziehsachen, Grieben­schmalz, Frauen­krawatten, Bier­downloads, Kantinen­feuer­sicherheit, Hitler (dagegen), Tatort-Kommissare, Karne­valsteuer, Tatsachen­verdrehung, Schleckeis, Atom­drohnen­geschwader, Botox, ius primae noctis, Abhörbücher auf CD, Bubble Tea, Recht­schreibreform 2.0, […].

14. 9. 2013

: Unsinnige Reform. Passauer Neue Presse, , nr. 213, s. 8, Bayern
Denn es gibt fiele Gehimnisse bim Shreiben, besonders wenn man merere Spraken mit denselben Buchstäben šchreiben muß. Di deutsche Rechtschreibreform hat vor ein paar Jaaren nicht fül gebracht […].

12. 9. 2013

: Jetzt kamen die jungen Leute zu Wort. Podiumsdiskussion im Rahmen des „Zukunftsforums“ des KJR; Jugendliche konnten Landtagskandidaten Fragen stellen. Passauer Neue Presse, , 68. jg., nr. 211, s. 22, Regional, Freyung
Eingeladen waren Helmut Brunner (CSU), Bernhard Roos (SPD), Alexander Muthmann (Freie Wähler), Stefan Salomon (Die Grünen) und Gerhard Drexler (FDP). […] Gerhard Drexler wies darauf hin, dass es „nicht immer ein Hin und Her geben solle, wie bei der Rechtschreibreform.“

9. 9. 2013

: Schlimm. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 209, s. 40, Rhein-Main-Zeitung, Posteingang
Offenbar beherrschen diese Gymnasiasten die neue sogenannte Rechtschreibung nicht. Denn "aussen" mit Doppel-s gehört doch wohl nur in die Schweiz. […] zeigt es das wohl gezielt mit der sogenannten Reform erzeugte Desinteresse an korrekter Sprache?

9. 2013

: Von den Kehllauten kindlicher Eidgenossen. Ein Märchen über Deutschland, die Reform der Rechtschreibung und die Schweizer Orthographische Konferenz. Schweizer Monat, , 93. jg., nr. 1009, s. 86f., Essay
In alten Zeiten, als das Fluchen noch geholfen, wenn auch nichts genützt hat, reformierten die Kultusminister Deutschlands die Rechtschreibung der deutschen Sprache, und ein scheues Alpen­tier – selten gesehen, noch seltener geschrieben – trat nicht mehr als Gemse, sondern als Gämse auf. Frage: Warum liessen die mächtigen Minister nicht auch Vater und Mutter zu Ältern umschreiben, sind sie doch von Berufs wegen die Älteren? Antwort: Weil im Raum der deutschen Sprache deutlich mehr Eltern als Gemsen leben und weil diese Eltern das Recht haben, Politiker abzuwählen, wenn sie Unfug anstellen. Von vornherein war also das politische Ziel, zwar etwas zu verändern, aber allzu groben und insofern gefährlichen Unfug zu meiden. Unfug freilich blieb genug: Es tut mir Leid, morgen Abend und morgen Früh, ich bin dir Spinnefeind, Trennungen wie beo-bachten und konst-ruieren, ich will Blumen sprechenlassen, Spagetti, wohl bekannt (für wohlbekannt), wieder sehen (für wiedersehen), gräulich (für greulich)... Unfug ist ein schwacher Ausdruck dafür, dass Wörter nicht mehr so geschrieben werden, wie sie gemeint sind. «Verein­fachung durch Systematisierung» lautete das Zauber­wort, aber das eigentliche Zauber­wort war das Wort Reform, denn wer es hört, ist sogleich bezaubert und kann sich nicht mehr wehren.

22. 8. 2013

: Die Deppen vom Lamm. Die Presse, , nr. 19.900, s. 26, Debatte, Pizzicato
[…] die Grünen […] lassen ein süßes Lämmchen von den Plakaten schauen. Dazu der Slogan: „Weniger belämmert als die anderen“ – so seien die Grünen. […] Das hat mit dem Lamm nämlich nix zu tun. Erstens schreibt man es erst seit der Rechtschreib­reform der 1990er mit ä, zuvor hieß es „belemmert“ – und das kommt vom nieder­deutschen „belemmeren“, was „belästigen“, „stören“, insbe­sondere „hindern“ heißt.

18. 8. 2013

: Schule ohne Mama? Nicht zu schaffen. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, , nr. 33, s. 5, Politik
Lehrer gehen heute wie selbstverständlich davon aus, dass Eltern ihre Kinder nachmittags beim Lernen coachen. Aber es gibt auch Schüler, die keine Personal Trainer haben. Sie verlassen die Schule mit großen Lücken. […] Auch das Senken von Anforderungen wirkt selektiv. Das beste Beispiel hierfür ist die Rechtschreibung, die von der Grundschule an viel zu wenig geübt wird. Rechtschreibfehler wurden bei meiner Tochter nur in Deutscharbeiten angestrichen. Die Begründung: "Bei manchen Kindern wäre sonst alles rot, das würde sie frustrieren." Statt diesen Kindern durch Üben Wege zur Verbesserung aufzuzeigen, werden die Fehler einfach nicht angestrichen! Für Kinder ist die Schlussfolgerung klar. Ich bekam sie jedes Mal zu hören, wenn ich meine Tochter beim Durchsehen einer Sachkunde- oder Mathearbeit auf einen Rechtschreibfehler hinwies: "Ist doch egal, ist doch nur Sachkunde." Das Ergebnis dieser gutgemeinten Nachlässigkeit ist aber wiederum sozial selektiv: Langfristig sind diejenigen Kinder im Vorteil, deren Eltern selbst das Rechtschreiben mit den Kindern üben. Wenn man aber nur mit regelmäßigem Zusatzunterricht Rechtschreibung wirklich beherrschen kann, dann ist das nicht gerecht.

3. 8. 2013

: Anschein von Weltläufigkeit. Neues Deutschland (), , s. 27, Debatte
Natürlich lebt eine Sprache, und das heißt auch, sie verändert sich. Wir reden (und vor allem schreiben nach der noch immer umstrittenen Rechtschreibreform von 1998) anders als früher. Und eine Sprache, die lebt, wird immer angereichert durch Wörter, die sie aus anderen Sprachen entlehnt. […] Man muss kein Sprachpurist sein, um über diese Entwicklung unserer so ausdrucksstarken und nuancenreichen Muttersprache Bedauern zu empfinden, denn sie wird nicht nur ärmer durch einen solch inflatorischen Gebrauch von Angli- und Amerikanismen.

1. 8. 2013

neu Tagesspiegel. Salzburger Nachrichten, , s. 20, Kultur
Unter Donnerstag, 1. August, dem 213. Tag des Jahres 2013, ist im Buch der Geschichte u. a. verzeichnet: […] 1998: Die viel diskutierte Rechtschreib­reform tritt in Kraft. […] 2008: In Österreich und Südtirol treten die neuen amtlichen Regeln der deutschen Recht­schreibung in Kraft. Damit ist die seit 2006 laufende „Schonfrist“ zu Ende. In der Schweiz und in Liechten­stein endet die Übergangs­frist am 31. 7. 2009.

31. 7. 2013

: Die Kapostrophe. Neue Zürcher Zeitung, , 234. jg., nr. 175, s. 17, Zürcher Kultur, Zwischenrufe
[…] eine Seuche, die seit Jahren den deutschen Sprachraum heimsucht. […] Einst war er ein sinnstiftendes Zeichen - geflochten in Iris' Haar beispiels­weise oder eingebrannt in Marx' Kapital als Signal dafür, dass ein Buchstabe weggefallen war. Dann begann sich der Apostroph von seiner Stellvertreter­funktion zu lösen, sich hemmungslos zu vermehren […]. So torkeln Apostrophe nun durch den ganzen Sprach­schatz, sie schwimmen in Drink's und Fondue's, fallen den Samichlau's an, und irgendwann gab sogar der Duden seinen Segen, dass man für Schreib­weisen wie «Heidi's Blumen­paradies» nicht in der Hölle schmort.

13. 7. 2013

: Schluss mit Schloß! , , Gelsenkirchen
„Es gilt nur noch eine Schreibweise, und zwar die mit ss“, sagen aktueller Duden und am gestrigen Freitag auch die Duden-Sprachberater am Telefon. Gibt es denn noch eine Ausnahme, wenn man „Schloß xy“ als Eigenname betrachtet? Klare Antwort: „Nein.“

12. 7. 2013

: „Vollpfosten“ statt „Buschklepper“. (Deutsche Welle), , Deutschlehrer-Info
Seit der Rechtschreibreform von 1996 bestimmt zwar nicht mehr der Duden, was richtig oder falsch ist, sondern die amtliche Rechtschreibregelung. Der Duden ist jedoch immer noch das bedeutendste orthographische Wörterbuch. Fast jeder Deutsche besitzt ein Exemplar und verlässt sich auf dessen Inhalt.

9. 7. 2013

: Alle Befürchtungen bestätigt. Reformgegnerin Gabriele Ahrens im Rückblick resigniert. , , Stadt Oldenburg, Bildung
So ganz hat die Reformgegnerin ihre Hoffnung aber immer noch nicht aufgegeben: Ganz allmählich, mit den Jahren, werde die Sprachgemeinschaft wieder zur bewährten Schreibweise zurückkehren. „Am Ende wird nur noch das Doppel-S übrig bleiben.“
: Wie viel Etymologie braucht der Mensch? , , Glossen
Dass man seit der Rechtschreib­reform Gemse mit ä schreiben muss, hat viele verärgert. Das sei inkonsequent. […] Es geht um Streitfälle der Recht­schreibung und um eine interessante Frage: Wie stark soll dem etymologischen Schreib­prinzip zum Durch­bruch verholfen werden?

Gar nicht. (synchronie.)

6. 7. 2013

: Das Märchen von den Deutschen Schriften. , , Fachartikel (1873 wörter)
Die Speerspitze der Verfechter gebrochener Schriften wurde der 1918 gegründete Bund für deutsche Schrift. »Deutsches Volk – deutsche Schrift« – das Flugblatt spricht Bände. […] Der Verein existiert heute wieder als »Bund für deutsche Schrift und Sprache« und der Kampf um das »kostbare Erbgut« deutschen Schrift­schaffens und gegen die »gefühlsarme Antiqua« geht unvermindert weiter. Auch das Vereinsheft »Deutsche Schrift« erscheint wieder regelmäßig – natürlich in gebrochenen Schriften und alter Recht­schreibung. […] Ein zentrales Argument der Verfechter gebrochener Schriften besteht darin, dass sich die generelle Gestalt und die Buchstaben selbst mit der deutschen Sprache oder gar für die deutsche Sprache entwickelt hätten, während die Antiqua »den Eigenarten und Bedürfnissen der deutschen Sprache nicht vollständig angepaßt werden« könne […]. Die gebrochenen Schriften haben historisch nichts mit der deutschen Sprache zu tun. Ihr genereller Charakter […] entstand nicht für die Darstellung deutscher Texte.

5. 7. 2013

: Reclam nicht mehr dudentreu. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 153, s. 7, Politik, Bildungswelten
Der Reclam-Verlag wird seine bekannten gelben Büchlein künftig nach den Empfehlungen der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK) drucken und nicht mehr dem Duden folgen.