Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2019
nachgeführt 2019-3-18 , 2019-2-21

Aus presse und internet

16. 3. 2019

neu : Auf in die Geschlechtslosigkeit. Masüger sagts. Südostschweiz am Wochenende, , s. 20, Region
Der deutsche Rechtschreib­rat will noch eine «Erprobungs­phase» abwarten, bis er diesen Stern ver­bindlich vorschreibt. Nach der krass in die Hosen gegangenen Rechtschreib­reform der letzten Jahre will er nun beim Gender-Thema Punkte beziehungs­weise Sternchen holen. […] Wie geht es wohl weiter? Mit einem Verbot von männlichen, weiblichen und sächlichen Artikeln in der deutschen Sprache? (Der deutsche Rechtschreib­rat wäre auch dazu fähig.)

14. 3. 2019

neu : Von Bäckern, Lehrerinnen und Flüchtlingen. Süddeutsche Zeitung (), , 75. jg., nr. 62, s. 11, Feuilleton
Als Eduard Engel, amtlicher Stenograf im Berliner Reichstag, im Jahr 1917 das Büchlein „Sprich Deutsch! Zum Hilfs­dienst am Vaterland“ ver­öffentlichte, war die Reinigung der Sprache von ihren romanischen Anteilen zu einem politischen Programm geworden […]. Von allen Versuchen, die deutsche Sprache einem ent­schlossen politischen Programm zu unter­werfen, war ihre „Ent­welschung“ bis vor Kurzem ein Unter­nehmen, das in Umfang und Intensität einzig­artig war (die Rechtschreib­reform gründete auf einer Fantasie von Rationali­sierung).

12. 3. 2019

neu : Der Schwachpunkt der selbsternannten Sprachwächter. (SZ-Magazin) , , Politik
Erstaunlich dabei ist: das Un­vermögen der Deutsch­beschützer*innen, ihrer eigenen Sprache Schönheit zu schenken. Im Grunde fing es menetekel­haft an, als Martin Walser sich im Oktober 1996 im Spiegel beim Protest gegen die Rechtschreib­reform in einem Sweat­shirt mit der Auf­schrift »Hodge Podge Fuerte« foto­grafieren ließ. Wer solch austausch­baren Wortmüll bis an seinen Körper lässt und ihn froh und ungeniert vor einem Millionen­publikum spazieren­trägt, liebt womöglich nicht Sprache, sondern erstens keine Veränderung und zweitens sich selbst in der Pose dessen, der diese Ver­änderung aufhält.

10. 3. 2019

neu : "Kein Verlottern der Sprache." , , Wissen
In den sozialen Medien wird ohne Punkt, Komma und Konventionen ge­schrieben. Trotzdem sei die Schrift­sprache nicht bedroht, sagt ein führender Sprach­forscher.

9. 3. 2019

neu : Die Debattenkultur steht unter keinem guten Gender*stern. Augsburger Allgemeine (), , s. 2, Meinung & Dialog, Leitartikel
Die Geschlechter­frage polarisiert. […] Es ist einfach, nahe­liegend und billig, sich in der Gender­debatte kopf­schüttelnd zu mokieren. […] Es könnte also diskutiert werden – zur Sprache haben schließlich alle etwas zu sagen, weil jeder damit klar­kommen will und muss. Wir wissen das spätestens seit den Schar­mützeln um die Rechtschreib­reform. Seither schreibt Deutsch­land übrigens divers.

8. 3. 2019

neu : Der Stern des Anstoßes. Hannoversche Allgemeine (), , s. 2 bis 3, Blick in die Zeit
Mit dem Asterisk* wollen Gender­aktivisten die Sprache auch für Geschlechter jenseits von Mann und Frau öffnen. Das schürt Grund­ängste um Identität und Freiheit. […] Die Sprache ist ein lebendiger Organismus. […] Jeder Eingriff in die Sprache kommt einem gefühlten Eingriff in die Freiheit gleich. Linguisten vergleichen Sprachen gern mit einem Wasser­strom, der sich stets dem Lauf der Dinge anpasst. Wer hier eingreift, will ideologischer Schleusen­wärter des Deutschen sein. Das ging zuletzt bei der Rechtschreib­reform schief. Deren Folgen sind ver­heerend: Aus­nahmen, Un­sicherheit, verwirrte Schüler.

Gewiss ist die sprache ein «lebendiger Organismus». Die rechtschreibung ist aber seit 1902 ein amtlicher organismus, und einigermassen lebendig ist er nur, wenn die, die ihn in kraft setzten, ihn wenigstens alle 100 jahre ein bisschen ändern dürfen.

21. 2. 2019

neu : Die Ersatzreligion der sprachlichen Anbiederung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 44, s. 7, Bildungswelten
Die Stadt Hannover hat auch dem Wort "Wort" eine neue Bedeutung gegeben. Ein Wort war bisher dadurch definiert, dass es durch Leer­stellen von seinen Nachbar­wörtern getrennt und dadurch identifizier­bar war. Innerhalb eines ge­schriebenen Wortes hatten Zeichen, die nicht zu seinem Buchstaben­bestand gehören, nichts zu suchen. Die amtliche Recht­schreibung lässt nur zu, dass innerhalb von Wörtern Klammern oder Schräg­striche verwendet werden dürfen (Förster(in), Förster/in). Das Binnen-I und der "Gender­stern" (FörsterIn, Förster*in) verstoßen gegen diese Regel.

20. 2. 2019

neu : Ludwig Boltzmann und das Ende der alten Physik. Der Standard, , s. 14, Forschung spezial
Vor 175 Jahren wurde mit Ludwig Boltzmann einer der bedeutendsten öster­reichischen Physiker geboren. […] Boltzmann war ein Universal­interessierter, neben den Natur­wissenschaften und der Philosophie widmete er sich auch begeistert der Literatur und Musik. Er verehrte Schillers Werke und nutzte, ganz seiner streitbaren Natur ent­sprechend, seine eigenen Schriften, um gegen die Rechtschreib­reform von 1901 zu protestieren, die eine gemeinsame Ortho­grafie aller deutsch­sprachigen Staaten festgelegt hatte: „durch schiller bin ich geworden, one in könnte es einen mann mit gleicher bart- und nasenform wi ich, aber nimals mich geben.“

19. 2. 2019

neu : Deutschstunde: Irgendwann stößt jede Zeile an ihr Ende. Berliner Morgenpost (), , s. 2, Meinung
Nehmen wir die kurzen deutschen Wörter hin und über, die eigent­lich auch ein Schüler ohne Mühe erkennen und also als hin-über trennen könnte – könnte, aber schon zu Groß­vaters Zeiten selten tat. Es hagelte Fehler im Diktat, sodass die Reformer auch die Trennung nach Sprech­silben erlaubten: hi-nüber, was mir noch immer einen ortho­grafischen Schock versetzt […].
neu Moderatorin Barbara Schöneberger nimmt es mit Rechtschreibung genau. Berliner Morgenpost, , s. 24, Stadtleben & Stil (64 wörter)
„Ich bin ein extremer Ortho­grafie-Freak, ich breche den Kontakt ab zu Leuten, die ‚das‘ und ‚dass‘ nicht unter­scheiden können […]“

15. 2. 2019

neu : Klassik und Krise. Der Historiker Christian Meier wird neunzig und arbeitet weiter. Süddeutsche Zeitung, , 75. jg., nr. 39, s. 13, Feuilleton
Als Präsident der Deut­schen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt stritt er aus Über­zeugung und mit Lust gegen die ver­murkste Rechtschreib­reform.

14. 2. 2019

neu : Diese Wörter schreiben auch Sie mit Sicherheit falsch - Duden-Quiz, Folge 1. , , Leben, Karriere
Auch im Joballtag können Rechtschreib­fehler ganz schön peinlich werden - erst Recht, wenn sich Fehler in wichtige Kunden­unterlagen einschleichen.
neu : Täuschen mit Ross und Rose. Südwest Presse, , 75. jg., nr. 38, s. 6, Südwestumschau
[…] harsche Kritik. Die brachte kürzlich Bernd Gögel vor, Fraktions­chef der Landtags-AfD. Er hat Grün-Schwarz „politische Roß­täuscherei“ vorgeworfen. […] Er meinte das „Ross“, das bis zur Rechtschreib­reform mit Eszett daher­ritt.

13. 2. 2019

neu : Zur Sache: Alle wollen mitreden. St. Galler Tagblatt (), , s. 2 (239 wörter)
Wenn es um Sprache geht, wird es schnell laut. Alle können mitreden. Dabei muss es gar nicht um geschlechts­neutrale Begriffe gehen. Das zeigt das Beispiel der Rechtschreib­reform, wo jedes Komma einen Streit auslöste.
neu : Bei der Sprache reden alle mit. Aargauer Zeitung, , s. 1, Kommentar

St. Galler Tagblatt, 13. 2. 2019

neu : 14 Wörter, die wirklich jeder falsch schreibt - Sie auch? , , Leben, Karriere
Schließlich kann die richtige Recht­schreibung ganz schön schwierig sein - und spätestens seit der letzten Rechtschreib­reform ist bei vielen vollends der Wurm drin.

6. 2. 2019

neu : Zwischenruf aus Berlin: Blick zurück nach vorn. Stern, , s. 16, Kolumne
Zwei Jahrzehnte will sich Deutschland Zeit nehmen für den Ausstieg aus der Kohle. […] Ist der deutsche Ausstieg aus der Kohle bis Ende 2038 am­bitioniert oder mutlos? […] Ein Blick zurück mag helfen bei der Vermessung der Strecke, die so ratlos macht – ein Blick aufs Jahr 1998. Gerhard Schröder wird Kanzler […]. Die Rechtschreib­reform tritt in Kraft.

31. 1. 2019

: Erst jetzt sind die Brüder Grimm wirklich beerdigt. , , Kultur
Es wird kein Grimm’sches Wörterbuch fürs 21. Jahrhundert geben. Nun soll ein Zentrum für digitale Lexiko­graphie den deutschen Wortschatz beschreiben. […] Begraben wurde die Idee, irgendwas von Glanz und Größenwahn, Romantik und Traum der Germanistik des 19. Jahr­hunderts ließe sich ins neue Jahr­tausend retten. Erloschen scheint das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine, wenn auch kosten­günstig verzwergte und optimierte Fort­setzung des „Deutschen Wörter­buchs“ der Brüder Grimm. […] Seitdem gab es immer Gerüchte, Versprechen und wohl auch ernsthaftes Bemühen, einen „Grimm 21“ zu schaffen. […] Denn niemand glaubt, dass es zwischen dem jahrhunderte­langen Weiter­arbeiten im alten Stil und Tempo – das jetzt der Chef­wortforscher der Berliner Akademie, Wolfgang Klein, wieder beschwor – und dem totalen Grimm-Exit keinen Mittelweg gegeben hätte.

25. 1. 2019

neu : Trolls, die gern in Chors singen. Der Bund (), , s. 10, Meinungen, Sprachlupe
Den Babys und den Ladys hängen wir seit der Rechtschreib­reform einfach -s an, obwohl der engli­sche Plural «-ies» ge­schrieben wird.

Seit der rechtschreib­reform? stichwort baby.

24. 1. 2019

: Liebe Hannoveraner*innen. Süddeutsche Zeitung (), , s. 8, Panorama
An die Sternchen werde man sich gewöhnen wie an Euro-Zeichen oder Smileys, glaubt Gabriele Diewald, „das ist ein komplexer Prozess, wie alle sozialen Prozesse“. Siehe Rechtschreib­reform oder das Innen à la Kolleg Innen.

23. 1. 2019

: "Rechtschreibung ist nicht so wichtig." (Südwestrundfunk), , Wissen
In der Schule spielt Ortho­grafie eine wichtige Rolle: Kinder sollen richtig schreiben. Muss das wirklich sein? Der Anglist Dr. Werner Schäfer hat sich darüber Gedanken gemacht.

22. 1. 2019

: Die Sterndeuter. Hannoversche Allgemeine, , s. 25, Kultur & Leben
Man(n) kann verstehen, wenn Frauen es leid sind, sprachlich unter­repräsentiert zu sein. Als Ausdruck davon galt seit den Achtzigern das Binnen-I („Oberbürger­meisterInnen“). […] Es hat sich dann ja auch nicht durchgesetzt. Was man in zehn oder zwanzig Jahren hoffentlich auch vom Gender­sternchen sagen wird. […] Der sinnigste Umgang mit Sprache ist ein behutsamer, der ihr mehr folgt, als dass er ihr Wege vorgibt. Wie furchtbar gerade politisch motivierte Eingriffe ver­laufen können, hat die letzte Rechtschreib­reform gezeigt, die diverse Male nach­justiert werden musste und heute mehr aus Erschöpfung über die endlosen Debatten als aus Über­zeugung akzeptiert wird – und um den Preis, dass wir eine heillos zer­splitterte Schrift­sprache haben. Jeder Verlag verwendet seine eigenen Regeln, und der Duden ist aufgrund der Ausnahmen anderthalbmal so dick wie zuvor.

12. 1. 2019

: Mein Name ist Hase! Hamburger Abendblatt, , s. 17 bis 19, Titelthema
Rolf-Bernhard Essig hat zahlreiche Bücher über Sprichwörter und Redens­arten geschrieben. […] Was ihn umtreibt, ist auch die Sorge. „Unsere Sprache verkümmert zweifellos.“ Vor allem die korrekte, gute Sprache verschwinde nach und nach. „Zeitungen, Medien, Theater, Politiker, Lehrer, Beamte, so gut wie der ganze offizielle Bereich bemühte sich bis vor etwa 20, 30 Jahren darum, richtiges Deutsch zu verwenden“, sagt er. „Längst aber hat sich eine […] anbiedernde Lässigkeit auch dort eingebürgert […]. Hier fehlt etwas, das ich als Zone produktiver Kontraste zwischen Straßen­jargon und Hochsprache sehe, und das führt wirklich zu einer Unklarheit, Verwässerung, Un­deutlichkeit im Deutschen – viel mehr als jede Rechtschreib­reform.“

10. 1. 2019

: Von wegen amtlich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 8, s. 6, Bildungswelten (1590 wörter)
Der Duden folgt oft nicht mehr offi­ziellen Regelungen, sondern weicht viel zu häufig davon ab und pflegt eine eigene Duden-Schreibung, was seine Brauchbar­keit einengt. […] Die Grünen können so viele Gender­sterne, Unter­striche und Binnen-Is verwenden, wie sie möchten. Dasselbe gilt für die Heinrich-Böll-Stiftung, die "taz", Bayern München, die Evangeli­sche Kirche in Deutsch­land (EKD), den ADAC oder die SPD. Alle vergreifen sich damit aller­dings an der Einheits­orthographie. Nicht verwenden dürfen solche Gebilde die Gleichstellungs­beauftragten öffentlicher Ein­richtungen, Bundes­behörden, Lehrer und Schüler öffentlicher Schulen, die DFG, die ARD oder die KMK sowie der Senat von Berlin.

Die DFG ist ein verein, die ARD ist eine firma; die dürfen sich vergreifen.

2. 1. 2019

: Rechtschreibreformen im Rückblick. , , Blog
Man konnte sich auf Dauer nicht den neuen Regeln verweigern, das war allen Beteiligten bewusst. Recht schnell war klar: Wir würden nicht jegliches Detail umsetzen, das in der neuen Recht­schreibung diskutiert wurde und wovon mittler­weile manches wieder aus den Wörter­büchern ver­schwunden ist.