Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → dialekt
nachgeführt 2017-10-5 , 2014-2-12

dialekt

Eugen Dieth

«Schwyzertütschi Dialäktschrift; Leitfaden einer einheitlichen Schreibweise für alle Dialekte» (1938): norm für die verschriftung der schweizerdeutschen dialekte. Wörter werden so geschrieben, wie man sie hört, ohne rücksicht auf das schriftbild der schriftsprache. Ursprünglich gehörte dazu die eigennamen­grossschreibung.

als.wikipedia.org/wiki/Dieth-Schreibung

Emil Baer und Arthur Baur

«Šribed wien er reded! Ifüerig id šwizer folchsšrift» (1937).

Arthur Baur

«Praktische Sprachlehre des Schweizerdeutschen» (1939).

Viktor Schobinger

«Zürideutsche Kurzgrammatik» (1984). Schobinger verwendet in seinen büchern eine modifizierte Dieth-schreibung mit eigennamen­grossschreibung.

Johannes Saß

«Kleines plattdeutsches Wörterbuch. Nebst Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung» (1972). Anlehnung an die hochdeutsche rechtschreibung; abweichungen sind besonders kenntlich gemacht. (de.wikipedia.org/wiki/Plattdeutsch.)

kulturverband Ostfriesische Landschaft

«Schreibregeln für das ostfriesische Niederdeutsch» (2010). (Schrievregels_September_2010.pdf.)

verweise

Jean-Pierre Gubler, Der Landbote, 19. 11. 2001.

Dominik Heitz, Basler Zeitung, 28. 2. 2009.

Peter Schmachthagen, Hamburger Abendblatt, 11. 4. 2009.

Ueli Zoss, Tages-Anzeiger, Rechtes Seeufer, 18. 9. 2010.

dapd-nrd, t-online.de, 22. 10. 2010.


Zitate

neu Benedict Neff, Neue Zürcher Zeitung, 22. 9. 2017

Gerade in der Schweiz gibt es ein Revival der Mundart. Sie wird ver­mutlich öfter ver­schriftlicht als früher, in Chats, der SMS-Kommuni­kation und der Literatur.

Beatrix Bächtold, «Schwei­zer­deutsch ist stärker als WhatsApp und Co.» Zürcher Unter­länder, 21. 3. 2013

Fabian Rüeger, 21, Detailhandelsangestellter aus Kloten: Dabei schreibe ich grund­sätzlich in Schweizer­deutsch, und zwar so, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Meine Bekannten machen das auch so. Recht­schreibung spielt in der Mundart keine Rolle.

neu Viktor Schobinger, zuerituetsch.ch/fragen.html, [2013]

Git s dänn en ofizieli ortografii für de dialäkt?

Schrifttüütsch isch ggnormt, mues ggnormt sii. Me mèrked nüme, das me z. b. di lange wokääl verschide schriibed, s lang i wììrt gliich uus­gschproche, aber verschide gschribe: Stil, ihm, Ziel, sieh. Bim dialäkt schriibed mer gliich, was gliich töönt.

Solang me nu sälber list, was me gschribe hät, isch d schriibig egaal. Eersch wänn s ander sötted chöne läse, und richtig läse, dänn chunt me nöd um konwän­zioonen ume. Und e gueti kon­wänzioon isch d Dietschriibig. Läsed Si emal als zürcher e bèèrn­tüütsches wèrch i de tradizionele bèèrntüüt­schschriibig. Umögli. Si wüssed nöd, weli wokääl lang, weli chùùrz sind. Mängisch sind nöd emal b und p gschide. Und für züritüütsch mues me z. b. öisi drüü e under­schäide: see, fèèle, gääl.

D Dietschriibig isch en guete kompromiss zwüschet ere luutschrift und em schrift­tüütsche wortbild. Di mäischte lüüt händ sich nach drei, vier siite umgschtelt. […]

Werum schriibed Si all hauptwörter chlii? 

Wil d hauptwörter nöd s wichtigscht sind. Im hüttige schrift­tüütsch schoo. Drum würkt s au so abschtrakt. Aber i öisne dialäkt regiered d wèrb; das isch e wält zum aalange, reaal und läbig.

Überhaupt schtöört sich a de ggmèèssigete chliischriibig chuum öpper. Vil mèrked s sogaar eersch, wän i s drufufelupf.

Won i aagfange ha züritüütsch schriiben, isch grad d diskusioon über d rächtschriib­reform im gang gsii. I ha tänkt, in epaar jaar schteli s schrift­tüütsch uf ggmèèssigeti chlii­schriibig um wien all wescht­öiropèèische schpraache. Driissg jaar schpööter schriibed mer na mee grooss als vor dère «reform». Aber über chùùrz oder lang tränt me sich au uf schrift­tüütsch vo de grooss­gschribne haupt­wörter.