Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 20. 12. 2016

fehler

20 Minuten, 13. 3. 2012, s. 2 bis 3

[…] eine Auswertung von 20 Minuten aufgrund falsch geschriebener Google-Such­wörter von 2004 bis heute. […] Top Ten, häufigste Rechtschreibe­fehler: […] 1. Lybien, 2. Standart, 3. Bisquit, 4. Reperatur, 5. Capuccino, 6. Akkustik, 7. Rythmus, 8. Orginal, 9. bischen, 10. Seelig.

Ullrich Riedler, Hessische Allgemeine, 10. 12. 2013, s. 17

Das sind die typischsten Fehlerquellen für Grundschüler:

• Im Bereich der Großschreibung im Satzinneren, also in Sätzen wie „Ich sonne mich nach dem Schwimmen“, haben sich die Fehlerzahlen fast versechsfacht!

• Bei der Konsonanten­verdopplung, also in Wörtern wie „Schatten“, „kommt“ oder „heller“, war der Anstieg auch sehr hoch.

• Und auch bei Wörtern mit Langvokal —„Bohne“ oder „Bote“ — stieg die Unsicherheit, ob ein h stehen muss oder nicht.

• Und schließlich gibt es große Probleme mit der ie-Schreibung. In Wörtern wie „Biene“ wird häufig nur ein einfaches i geschrieben. Wenn nämlich die Kinder in der ersten Klasse die i-Schreibung anhand von Wörtern wie Igel, Dino oder Lisa gelernt haben und ihnen nicht vermittelt wird, dass hier die meisten Wörter mit ie geschrieben werden, dann setzt sich bei manchen der Igel-Fehler bis in die Sekundar­stufe fort.

All diese Fehler entstehen, wenn die Kinder zu lange nach dem Prinzip „Schreibe so, wie du sprichst!“ lernen, statt frühzeitig die richtigen Schreibungen zu üben. Denn die Groß­schreibung, die Schreibung der Doppel­konsonanten und das ie kann man nicht hören. (rie)

All diese fehler entstehen, wenn die kinder zu lange nach dem prinzip „Schreibe so, wie du sprichst!“ lernen, statt frühzeitig die falschen schreibungen zu üben.

neu Dominik Brückner, Frankfurter All­gemeine Zei­tung, 25. 10. 2000

[…] sind die meisten der Fehler […] genuin keine Rechtschreib­fehler ("das"/"dass", "der garten"), sondern vielmehr Grammatik­fehler […].

Hermann Schreiber, Hamburger Abendblatt, 30. 5. 2009

"Kann es sein, dass Fehler, wenn sie nur oft genug gemacht werden, am Ende keine mehr sind?", fragt Leser Sch. Das kann nicht nur sein, lieber Herr Sch., das ist so. "Communis error facit ius" heißt das lateinisch: Wenn viele Menschen lange immer wieder denselben Fehler machen, dann wird der eines Tages zur Regel. Die Sprachforscher wissen das seit Langem und akzeptieren es. Denn sie wissen (und akzeptieren) auch, dass Sprache sich eher anarchisch als regelrecht entwickelt, und das immer schneller.

Elisabeth Leiss, Die regulierte §chrift, 1997, s. 99

Die Toleranz von Varianz in den subinformativen Positionen eines Worts – und nur dort ist Varianz zu erwarten – würde eine Verschriftung ermöglichen, die diese weniger informations­haltigen Positionen nicht dogmatisch besetzt. […] Das übergenaue 'Orthographiediktat' dürfte eine Episode in der Geschichte der Verschriftung dar­stellen, ein Phänomen, das bereits im Ab­klingen ist. Dies zeigt sich durch die allgemeine Zunahme von "Rechtschreib­fehlern", die nichts anderes sind als der Anfang eines un­bewußten und intelligenten Re­organisations­prozesses von Verschriftung.


verweise

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