Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → schriftsteller
nachgeführt 2017-9-14 , 2015-12-15

schriftsteller, dichter

Michael Hochgesang, Welt und Wort, 1973, nr. 2, s. 136

Die eigentlich Zuständigen für jede Rechtschreibreform sind nicht die Lehrer und nicht die Philologen, sondern diejenigen, die in und mit der Sprache und der ihr zugehörigen Recht­schrei­bung die großen schriftlichen Zeugnisse und Kunstwerke für kommende Generationen prägen.

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Jacob Grimm, 1854

Was sollte die änderung den schriftsteller angehn, dem daran liegt seine gedanken ungehemmt und un­gezwungen äuszern, dem es lästig fallen musz sich und seine leser durch anstände in der form, die er längst bewältigt zu haben meint, aufhalten zu lassen? Die meisten schrieben, wie sie es in der schule oder sonst im leben sich angewöhnt hatten und überlieszen wiederum den setzern die schreibart nach blieben zu verändern, d. h. dem vor­herschenden brauch zu bequemen.

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Martin Walser, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Komisch, daß Schriftsteller für und gegen Normen streiten, an die sie sich sowieso nicht halten.

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Peter Wapnewski, Süd­deutsche Zeitung, 3. 12. 1997

Wenn Deutschland innenpolitische Probleme bewegen, dann ruft man gern nach den Intellek­tuellen; die wissen sich dann aufgerüttelt, und auch die Dichter erheben mit hellem Klang ihre Stimme in Form von Unter­schriften. […] So ist es dann eine Situation von herber Komik, wenn unsere Schriftsteller sich zur Verteidigung eines überkommenen Zustandes rüsten, den keine Kategorie unser Bürger in Tradition und Selbst­verständnis je so konsequent und triftig in Frage gestellt hat wie eben sie. Um nur von unserem Jahr­hundert zu reden: Der sprach­schöpferische Impetus des Expressionismus hat die herkömmlichen Schreib­regeln mit der gleichen Energie gesprengt wie anderseits der marmor­meißelnde Stilwille Stefan Georges oder Rudolf Borchardts sie souvewrän ignorierte. Und konsequent zieht der buchstäbliche Eigenwille, der sich dem gültigen Regelkanon verweigert, durch die Jahrzehnte bis in unsere Tage. Das gilt für Bert Brecht (bert brecht) wie für Tucholsky, gilt für Arno Schmidt wie für Ernst Jandl. […] Ginge es mit rechten Dingen zu – aber wann tut es das schon –, müßten die Schriftsteller die Ersten sein, eine Sprengung der beklem­menden Duden-Bande als Befreiung zu empfinden und die Aufhebung dieses peinlichen Monopols fordern.

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edo, Süddeutsche Zeitung, 17. 8. 2000

Was Ihr wollt?

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Sigfried Schibli, Basler Zeitung, 9. 8. 2004

Der Triumph der Intellektuellen.

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neu Horst Sitta, St. Galler Tagblatt, 5. 10. 2004

Die Rebellion der Poeten.

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neu Martin Ebel, Der Bund, 6. 5. 2017

Auch grosse Schrift­steller, davon er­zählen Lektoren hinter vor­gehaltener Hand, schreiben durch­aus kein fehlerloses Deutsch.

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Marcel Reich-Ranicki, Der Spiegel, 14. 10. 1996

Als man sich 1954 schon einmal, wieder einmal Gedanken über die deutsche Rechtschreibung machte, war Thomas Mann empört. […] Thomas Mann hat die Recht­schreibung, wie aus Tage­büchern ersichtlich, keineswegs beherrscht. Er war damals 79 Jahre alt. In diesem Alter sieht man den Boden der Suppenschüssel und hat keine Lust, sich die Regeln einer neuen Recht­schreibung anzueignen. Ob vielleicht auch damit die späte Entrüstung unserer Schriftsteller zusammen­hängt? […] Unsere lieben Schriftsteller aber seien an ein weises Wort erinnert. In seinem Trauer­spiel "Wilhelm Tell" läßt Goethe den greisen Marquis Posa sagen: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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Siehe auch stichwort generation.

Karin Cerny, profil, 9. 10. 2006

Interview (Christine Nöstlinger): „Sehr kinderlieb bin ich nicht“.

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Jens Jessen, Die Zeit, 3. 8. 2006

Und Schluss.

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de.wikipedia.org, Fraktur_(Schrift)

Der Autor Hermann Hesse bestand noch lange nach dem Krieg darauf, dass seine Werke in Fraktur gedruckt würden. Auch viele Klassiker fanden in den 1950er Jahren als Fraktur­ausgaben noch sehr guten Absatz, so eine Theodor-Storm-Gesamt­ausgabe von 1953. Die evangelischen Kirchen hielten noch längere Zeit an der deutschen Schrift fest. So erschienen viele deutsch­sprachige Bibel-Über­setzungen bis in die 1960er Jahre in Fraktur.

 

Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS, Eingabe, 20. 8. 2009

Nach dreizehn Jahren versuchter Verbesserung gibt die neue Recht­schreibung unseren Texten noch immer keine feste Gestalt.

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Siehe auch stichwort varianz.