Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

willkommenstichwort → verbindlichkeit
nachgeführt 23. 3. 2017

verbindlichkeit der schreibnorm

regierungsrat des kantons Schaffhausen, interpellations­antwort, 26. 10. 2004

Zur Frage der Verbindlichkeit: Die Erklärung vom 1. Juli 1996 bezieht sich auf die amtliche Recht­schreibung: Sie betrifft somit die Schulen und die öffent­liche Ver­waltung. Ausser­halb der Schulen und der Ver­waltung besteht nach wie vor keine rechts­verbindliche Ver­pflichtung zur Anwendung der neuen Sprach­regeln. So verhielt es sich auch unter der alten Recht­schreibung; dies­bezüglich hat sich also nichts verändert.

regierungsrat des kantons St. Gallen, interpellations­antwort, 20. 3. 2007

Dem entsprechend gibt es auch kein orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, das ausserhalb der Schule und der Verwaltung verbindlich ist. Faktisch haben allerdings diesen halb offiziellen Status der Duden, der seit dem Jahr 1900 alle Veränderungen der Sprache nachführt, und heute mehr und mehr auch die EDV-Rechtschreibeprogramme, die ihrerseits auf dem Duden basieren.

Hans Zehetmair, Wahrig, die deutsche Recht­schreibung, 2006, vorwort

Das in den Schulen vermittelte Wissen muss über die Schule hinaus Bestand haben. Insofern darf es keine unter­schiedlich ver­bindliche Schreib­weise geben.

Das ist anzustreben, aber natürlich nur, wenn die schule eine gute rechtschreibung vermittelt.

Matthias Wermke, Salz­burger Nach­richten, 9. 9. 2000

Im Schreib­alltag außer­halb der Schule hat es diese Einheits­schreibung ohne­dies nie ge­geben, nur hat das nie jemand thematisiert.

Gesellschaft für deutsche Sprache, 26. 5. 2014

Die Recht­schreibung gilt nur in offiziellen Kon­texten (Be­hörden, Schulen etc.) – im Privaten kann man schreiben, wie man möchte.

Thomas Steinfeld, Frank­furter All­gemeine Zei­tung, 9. 1. 1997

Die Reform versucht, etwas zu reparie­ren, was bestimmt nicht schlechter funk­tionierte als das, was an seine Stelle tritt. Der Erfolg dieser Reparatur besteht darin, daß die Recht­schreibung ihre Ver­bindlichkeit verliert.

Eva Bachmann, St. Galler Tag­blatt, 31. 7. 2009

Viele professionell Schreibende wünschen sich heute nicht mehr ex­plizit die alte oder die neue, wohl aber eine ver­bindliche Recht­schreibung.

Verweise

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